Roadtrip 2020 – Zwischen kalt und kuschelig warm 🚎

28. September 2020 Blog

Roadtrip 2020 - Vom Wald zur urbanen Kunst

Der nĂ€chste Morgen im Wanderparadies Steinachtal war, wie der Campingplatz Name schon verrĂ€t, paradiesisch. Die Luft im ThĂŒringer Wald war frisch, klar und der Platz total still. Das ist etwas womit ich bisher wirklich GlĂŒck hatte, bisher waren alle Übernachtungsmöglichkeiten richtig ruhig und ich konnte die Ruhe auch genießen. Das Schlafen im Camper klappt immer besser, bzw. teils wache noch €“ fĂŒr mein Empfinden €“ zu frĂŒh auf, aber gut, dass ich kein LangschlĂ€fer bin, ist nichts Neues.

Wanderparadies Steinachtal

Dieser Urlaub bringt eine gewisse VormittagstrĂ€gheit mit sich, die eine willkommene Abwechslung zu dem ist, wie es sonst die letzten Monate war. Ein Kontrast, den ich sehr befĂŒrworte. Morgens erstmal Kaffee, ein bisschen bloggen, der nĂ€chste Kaffee, lesen und den Tag vorbereiten.

Die Handgriffe und AblĂ€ufe im Camper automatisieren sich so langsam, sei es was die Gasflasche betrifft oder andere Kleinigkeiten, wie alle Klappen schließen etc.

Wanderparadies Steinachtal

Vom Campingplatz Wanderparadies geht es am Mittag weiter in Richtung Zwickau, eine liebe Freundin besuchen.

Auf dem Weg nach Zwickau fuhr ich durch viele kleine Dörfer, die HÀuser mit Schieferplatten belegt und mit wunderschönen Erkern. Auf der anderen Seite, sah ich auch viele verlassene HÀuser, Fabriken und Orte, die aussehen, als wÀren es Lost Places / GeisterstÀdte.

Was mich aus meinem seligen Camperidylle, wĂ€hrend der Fahrt, herausgerissen hatte, war so ein Typ auf einem Mofa. Der mit einem Pickelhelm und Reichskriegsflagge an mir vorbeifuhr. Dieser Anblick irritierte mich nachhaltig, sodass ich, wenn ich aus dem Camper ausstieg, erst mal die Baseballcap aufziehe und ein neutrales T-Shirt trug. Nicht, dass ich meine politische Einstellung verbergen will, aber unnötig muss man sich auch nicht in Situationen bringen, die schwer kalkulierbar sind. Meine Vorsichtsmaßnahme hat sich bestĂ€tigt, als tanken musste. Im GesprĂ€ch mit der Dame hinter der Kasse stellte ich schnell fest, dass ich hier wohl nicht willkommen war, aber gut, es sind nicht alle so.

WĂ€hrend der Fahrt sah ich, im großen Displays des Campers immer wieder, wie stark das Mobilfunknetz zwischen Edge (E) und LTE (4G) schwankte. Deutschland ist halt wirklich noch ein Entwicklungsland, was das Mobile Internet betrifft. Das spiegelte sich auch auf den meisten CampingplĂ€tzen wieder. Ich denke fĂŒr die meisten Urlauber ist, das kein Thema, fĂŒr mich, als digital nativ schon. Mir ist schon wichtig, morgens ĂŒber Spotify meine Nachrichten zu hören, Vorbereitungen treffen und hierfĂŒr im Internet zu recherchieren, ohne mein Datenvolumen aufzubrauchen. Hierzu kann ich die App „Stellplatz Radar“ und „Here We Go“ empfehlen. Erstere um einen geeinigten Stellplatz zu finden, die kostet ca. 6 ‚¬ im Jahr und mit der Karten App, die man offline betreiben kann, kann man sicher durch die Gegend navigieren.

In Zwickau angekommen, sind Frau P. und ich direkt auf die RĂ€der gestiegen und zu einem Lostplace gefahren. Eine ehemalige Eisengießerei, der durch urbane Kunst ein zweites Leben eingehaucht wurde. Wunderschöne Graffitis waren zu sehen, teilweise so angebracht, dass ich nur staunte, wie man diese teils unter Decken, anbringen konnte.

iBug Zwickau

Auch hier war leider etwas die Regel, was mich wieder etwas ernĂŒchterte, ĂŒberall Hakenkreuze, ich vermute mal von jugendlichen, die gerade mal Ihre erste Spraydose in der Hand hatten und den ewig-gestrigen nacheifern wollten. Dumm ist es allemal. Zum GlĂŒck sah ich auch viele durchgestrichene Nazi-Symbole. Frau P und ich ĂŒberklebten einige der Nazi-Symbole mit „Fight Racism“ oder „Unter mir klebt braune Scheisse“ Aufklebern.

iBug Zwickau

Nach einem gemeinsamen Abendessen, suchte ich mir einen netten Stellplatz fĂŒr die Nacht, da es am nĂ€chsten Morgen schon weiter ging in Richtung Markkleeberg See.

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